In Alfarnate hatten wir unsere letzte Hallenübernachtung – in Málaga werden wir dann wieder in einem Hotel schlafen. Die Halle war erneut ausreichend groß, und die Duschen waren heiß. Vor der Halle gab es einen kleinen Park, in dem man den Nachmittag gemütlich verbringen konnte.
Pünktlich um 19 Uhr brachte uns ein Caterer eine sehr geschmackvolle Paella. Dazu gab es – wie immer – Rotwein, Wasser und anschließend einen süßen Nachtisch.
Auch heute, am letzten Tag, starten wir in zwei Startgruppen. Da die letzte Etappe jedoch nicht so lang ist, starten wir erst um 7 Uhr bzw. 8 Uhr – so können alle etwas länger schlafen.
MÁLAGA, ICH KOMME!
UPDTAE:
Geschafft – Málaga ist erreicht!
Die ersten Kilometer der Strecke waren leicht wellig, aber gut zu laufen. Danach ging es für ein paar Kilometer bergab. Der erste Versorgungspunkt erwartete uns heute bereits bei Kilometer 11 – sonst stand dieser meist erst um Kilometer 15 bereit.
Nach der Bergabpassage folgte der einzige richtige Anstieg des Tages, bei dem etwa 300 Höhenmeter zu bewältigen waren. Die restlichen 300 Höhenmeter des Tages summierten sich über kleinere Steigungen hinweg. Immer noch im Anstieg, bei Kilometer 20, wartete bereits der zweite Versorgungspunkt – üblicherweise erst um Kilometer 30. Aufgrund der wärmeren Temperaturen hier im Süden waren die kürzeren Abstände heute aber wirklich hilfreich.
Ab Kilometer 30, kurz vor dem dritten Versorgungspunkt, verlief die Strecke dann bis zum Ziel weitgehend bergab – auf den letzten 23 Kilometern durften wir nochmals rund 980 Höhenmeter nach unten laufen.
Ein besonderer Moment war bei Kilometer 33: Zum ersten Mal konnten wir in der Ferne das Mittelmeer sehen. Auch wenn noch etwa 20 Kilometer vor uns lagen, war das Gefühl, dem Ziel so nahe zu sein, absolut überwältigend.
Etwa zehn Kilometer vor dem Ziel hat mich ein Gewitter erwischt, das mich auch die nächsten sechs Kilometer begleitete. Auf den letzten vier Kilometern war es dann noch bewölkt, doch zum Zieleinlauf kam die Sonne wieder heraus.
Unser Ziel lag direkt am Strand, und das Hotel nur wenige Meter davon entfernt – so konnten wir uns erst einmal frisch machen und uns bis zur Abschlussfeier etwas ausruhen. Diese beginnt um 19 Uhr in einem Restaurant in der Nähe des Hotels – mit großer Siegerehrung. Und dann heißt es langsam Abschied nehmen.
Morgen früh gibt es im Hotel noch von 7:30 bis 9:00 Uhr Frühstück. Da einige schon früh aufbrechen und andere sicher länger schlafen werden, werden wir uns vermutlich nicht mehr alle wiedersehen.
Mein Rückflug nach Frankfurt startet um 13:15 Uhr. Ich habe mir dafür ein Upgrade in die Business Class gegönnt – das bedeutet nicht nur mehr Platz und Komfort an Bord, sondern auch Zugang zur Lufthansa Lounge am Flughafen.
Wie bereits erwartet, hat sich in den letzten sechs Tagen nichts mehr an den Ergebnissen geändert: Ich habe den TransEspaña erfolgreich als Gesamtdritter und zweitbester Mann gefinisht.
Zum Schluss möchte ich mich noch bei allen bedanken, die mich auf meiner Reise durch Spanien begleitet und mich mit ihren Nachrichten unterstützt haben. Danke, dass ihr dabei wart!
13.05.2025: Etappe 17 (UPDATE)
Unsere Halle gestern war wieder sehr groß. Zunächst hatten wir zwar nur die halbe Halle zur Verfügung, da in der anderen Hälfte noch Trainingsbetrieb stattfand, aber auch die eine Hälfte hätte für uns vollkommen ausgereicht.
Das Essen gab es wieder direkt vor der Halle – also kurze Wege und viel Zeit, sich auszuruhen.
Heute starten wir in die vorletzte Etappe: Sie ist knapp 60 Kilometer lang und führt über etwa 900 Höhenmeter nach Alfarnate.
Von dort sind es dann nur noch 53,5 Kilometer bis nach Málaga.
 
Update
Nach dem Start ging es zunächst fast 20 Kilometer eben oder leicht bergab – das ist immer sehr motivierend, denn so spult man die ersten Kilometer schnell ab. Die Straßen waren verkehrsarm und gut zu laufen. Auch die Landschaft bzw. die Ausblicke waren sehr schön und ließen die Kilometer nur so dahinfliegen.
Zwischen dem zweiten und dritten Versorgungspunkt erreichten wir den tiefsten Punkt des Tages. Von dort aus ging es dann noch einmal 600 Höhenmeter hinauf – bis auf eine Höhe von 1.060 Metern. Die Steigung zog sich über eine lange Strecke, sodass der größte Teil gut laufbar war.
Ein paar Kilometer später haben wir dann die 1.000-Kilometer-Marke überschritten – oder besser gesagt: überlaufen. Das bedeutet, dass wir seit unserem Start vor 17 Tagen in Urdos bereits 1.000 Kilometer zurückgelegt haben. Von dort bis Málaga sind es also „nur“ noch 80 Kilometer.
Sechs Kilometer vor unserem heutigen Zielort Alfarnate haben wir außerdem die Provinz Málaga erreicht.
Die heutige Etappe war überraschend gut zu laufen – kaum zu glauben, dass es tatsächlich fast 60 Kilometer mit 900 Höhenmetern waren. Wir hatten aber auch richtig Glück mit dem Wetter: In der ersten Hälfte war es noch bedeckt und angenehm kühl. Als in der zweiten Hälfte die Sonne herauskam, lag davor noch ein leichter Wolkenschleier, und zusätzlich kühlte uns ein angenehmer Gegenwind.
Nachdem wir nun Alfarnate erreicht haben, fehlen uns nur noch 53,5 Kilometer bis zum Ziel. Da Alfarnate noch auf 900 Metern Höhe liegt, erwarten uns morgen deutlich mehr Höhenmeter bergab (1.500 m) als bergauf (600 m).
12.05.2025: Etappe 16 (UPDATE)
Unsere Halle gestern war sehr groß und verfügte über moderne Sanitäranlagen mit heißen Duschen.
Das Abendessen wurde bei einem Caterer bestellt und vor der Halle eingenommen. Zwar verspätete sich der Caterer etwas, aber da der Start heute ohnehin eine halbe Stunde später angesetzt war und wir keinen Rückweg von einem Restaurant hatten, hat trotzdem jeder ausreichend Schlaf bekommen.
Unsere heutige Etappe führt uns nach Montefrío. Dafür müssen wir 53,4 Kilometer und über 1.000 Höhenmeter zurücklegen.
Update
Bei meinem Start um 8 Uhr war es noch ziemlich kühl – kein Wunder, schließlich lag unser Übernachtungsort auf knapp 1.000 Metern Höhe.
Dementsprechend ging es nach dem Start zunächst für einige Kilometer bergab. Eigentlich liegt mir das nicht besonders, mit kalten Muskeln gleich bergab zu laufen, aber heute ließ es sich überraschend gut an.
Nach etwa drei Kilometern war der Spaß mit dem Bergablaufen allerdings schon wieder vorbei, denn dann ging es gleich wieder hinauf auf eine Höhe von 1.100 Metern. Die ersten Meter waren noch recht kühl, da die umliegenden Berge verhinderten, dass die Strahlen der tief stehenden Sonne zu uns durchdrangen. Wir scherzten noch, dass Handschuhe heute auch nicht schlecht gewesen wären – doch das änderte sich bald. Als wir bei Kilometer sieben oben auf dem Pass ankamen, wärmte uns die Sonne bereits kräftig, sodass man auch die Armlinge wieder ausziehen konnte.
Die heutige Strecke verlief durchgehend auf kleinen Nebenstraßen durch die Berge, mit stetigem Auf und Ab – immer mal wieder 150 bis 200 Höhenmeter rauf und wieder runter.
Ein besonderes Highlight war der Blick bei Kilometer 31 auf die schneebedeckten Berggipfel bei Granada. Leider war das zu weit entfernt, um es mit einer Handy-Kamera vernünftig festzuhalten.
Auch das Wetter entwickelt sich langsam so, wie man es in Spanien erwartet – heute war es schon richtig warm auf der Strecke, und in den nächsten beiden Tagen soll es ähnlich bleiben.
Nachdem wir nun Montefrío erreicht haben, bleiben uns nur noch zwei Etappen mit zusammen 113,2 Kilometern bis nach Málaga.
11.05.2025: Etappe 15 (UPDATE)
Da unser Übernachtungsort sehr klein war, gab es dort keine wirklich große Halle. Deshalb wurden wir in verschiedenen Gruppen untergebracht. Ich und einige weitere Läufer übernachteten in einer leerstehenden Festhalle. In dieser Halle fand heute Morgen auch das Frühstück statt. Der einzige Haken daran war, dass es dort kein Licht gab. Dafür waren ausreichend Sanitäranlagen vorhanden, und es gab Strom zum Laden von Handys, Laufuhren usw.
Weitere Läufer wurden in einem Kindergarten und in einem Haus untergebracht, das gerade saniert wird. Dort konnten wir auch alle heiß duschen.
Leider ist gestern ein weiterer Läufer ausgestiegen, womit die Aussteigerquote nun bereits bei 47,5 % liegt.
Meinem angeschlagenen Zeh geht es besser – ich habe mich gestern Abend aber auch noch intensiv um ihn gekümmert.
Unsere heutige Etappe ist zwar „nur“ 58,1 Kilometer lang, zählt aber dennoch zu den schwierigeren des TransEspania. Denn sie hat die meisten Höhenmeter aller Etappen: Insgesamt müssen wir 1.500 Höhenmeter überwinden und werden dabei wieder auf eine Höhe von 1.260 Metern laufen.
Update
Direkt nach dem Start konnte ich schmerzfrei in meinem gewohnten Tempo laufen – im Vergleich zu gestern war das ein richtig angenehmes Laufgefühl.
Die Straßen waren heute Morgen wie leergefegt – kein Wunder: Zum einen ist Sonntag, und zum anderen sind wir bereits nach zwei Kilometern auf eine Nebenstraße in Richtung Berge abgebogen.
Bis zum ersten Verpflegungspunkt bei Kilometer 15,5 war die Strecke leicht hügelig, sodass sich rund 300 Höhenmeter aufsummierten – alles noch gut laufbar.
Das änderte sich jedoch nach dem Verpflegungspunkt: Auf den nächsten etwa sieben Kilometern ging es über Gravelwege mit teilweise steilen An- und Abstiegen. Hier musste ich erste Gehpausen einlegen und kam gefühlt nur langsam voran. Die anschließenden sieben Kilometer bis zum zweiten Verpflegungspunkt ließen sich dann wieder gut laufen.
Nach dem zweiten Verpflegungspunkt begann der Hauptanstieg: Auf den folgenden Kilometern mussten wir von 370 m auf 1.260 m Höhe hinauflaufen. Zunächst führte die Strecke auf ein Zwischenplateau in etwa 650 m Höhe. Dort liefen wir einige Kilometer in leichtem Auf und Ab – und das Panorama war einfach überwältigend.
So ging es bis zum dritten Verpflegungspunkt bei Kilometer 37. Danach standen die restlichen Höhenmeter an – erst noch mit etwas Verkehr auf der Straße, dann völlig verkehrsfrei.
Drei Kilometer vor dem Gipfel gab es noch einmal einen Verpflegungspunkt – zum Glück! Zum einen war es mittlerweile ziemlich warm geworden, und zum anderen zogen sich die Kilometer durch die vielen Gehpausen ziemlich in die Länge.
Nach dem Gipfel ging es rund sechs Kilometer bergab, bevor uns im Zielort noch ein letzter Anstieg erwartete.
Fazit der heutigen Etappe: Fast alle Teilnehmer waren vom Panorama in den Bergen überwältigt.
Nun haben wir 15 der 18 Etappen geschafft – und bis Málaga sind es nur noch 166,6 Kilometer!
10.05.2025: Etappe 14 (UPDATE)
Das Abendessen gestern gab es in einem Lokal, das 1,2 Kilometer entfernt lag. Aber Gil, der Veranstalter, hatte einen Shuttleservice organisiert, sodass niemand hin- oder zurücklaufen musste.
Unsere heutige Etappe führt uns über 63 Kilometer nach Torrequebradilla. Es ist zugleich die letzte Etappe, die länger als der Durchschnitt von 60 Kilometern ist.
Der Start erfolgt wieder in zwei Gruppen: Die ersten Läufer machen sich um 6:30 Uhr auf den Weg, während wir schnelleren Läufer eine Stunde später starten.
Update
Heute Morgen, beim Abkleben eines kaputten Zehs, habe ich schon gemerkt: Das wird heute nichts. Zwei der vier lädierten Zehen haben sich ganz gut erholt, aber einer am rechten Fuß bereitete mir echte Sorgen. Schon beim Abkleben war er extrem druckempfindlich, und auch danach tat jeder Schritt weh.
So bin ich erst einmal humpelnd zum Start gegangen. Als alle losliefen, bin ich dem Feld als Letzter hinterhergehumpelt. Nach ein paar Hundert Metern kam ich langsam ins Laufen, obwohl der Zeh bei jedem Aufsetzen schmerzte.
Nach 1,5 Kilometern begann ein fünf Kilometer langer Gravelweg – das war besonders unangenehm. Ich musste mich voll konzentrieren, um nicht mit dem verletzten Zeh direkt auf einen Stein zu treten, und musste zudem ständig meine Schrittlänge anpassen. Das war sehr anstrengend und kostete Zeit.
Trotzdem konnte ich auf dem Gravelweg noch jemanden überholen und die rote Laterne abgeben. Danach ging es auf Asphalt weiter, und ich konnte nach und nach Plätze gutmachen. Der Schmerz im Zeh war jetzt nicht mehr bei jedem Schritt spürbar, sondern eher ein durchgängiger, leichter Schmerz, den ich über weite Strecken sogar ausblenden konnte.
Nach und nach kam ich ins Rollen und konnte wieder im Tempo der letzten Tage laufen.
Etwa zur Streckenhälfte liefen wir durch die Stadt Linares. Mit rund 55.000 Einwohnern herrschte dort entsprechend viel Trubel – Fußgänger, Autos, Verkehr. Am Stadtrand fiel mir zum ersten Mal auf, dass am Wegesrand Bäume mit Zitrusfrüchten standen – ein klares Zeichen dafür, dass wir allmählich im Süden ankommen. Auch das Wetter wird täglich besser: Zwar ist es noch nicht durchgehend sonnig, aber wenn die Sonne scheint, spürt man ihre Kraft, und die Temperaturen steigen kontinuierlich.
Bei etwa Kilometer 42 holte ich den Läufer ein, der in der Gesamtwertung direkt hinter mir liegt. Wenige Kilometer später konnte ich auch den letzten Läufer aus der frühen Startgruppe überholen – damit war die Zielreihenfolge der letzten Tage wiederhergestellt.
Zum Ende der Etappe liefen wir durch ein landwirtschaftlich genutztes Gebiet, wo gerade die Zwiebelernte in vollem Gange war – die Luft roch intensiv nach Zwiebeln.
Unser heutiges Ziel lag direkt auf dem Kirchplatz. Die Gemeinde hatte dort einiges für uns aufgebaut. Es gab einen Empfang durch den Bürgermeister mit regionalem Essen und Getränken.
Ein Blick auf die Karte zeigt: Wir sind richtig gut vorangekommen – jetzt fehlen nur noch 224,7 Kilometer bis Málaga.
 
09.05.2025: Etappe 13 (UPDATE)
Unser Abendessen gestern gab es in einem Restaurant, das nur etwa 100 Meter von unserer Unterkunft entfernt lag. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einem kleinen Supermarkt vorbei, in dem sich einige Läufer auf dem Hinweg noch mit zusätzlicher Verpflegung eingedeckt haben. Nicht, weil die Verpflegung hier schlecht wäre – ganz im Gegenteil. Aber nach fast zwei Wochen bekommt man einfach mal Heißhunger auf bestimmte Dinge. Auch ich habe dort erst einmal ein paar Sachen eingekauft.
Leider hat sich gestern Abend mein Sprunggelenk bemerkbar gemacht. Beim Laufen selbst war es noch in Ordnung – ich habe nur zeitweise ein leichtes Ziehen gespürt. Am Abend jedoch ist es angeschwollen und hat auch ohne Belastung geschmerzt.
Heute Morgen geht es etwas besser, und ich hoffe sehr, dass es beim Laufen nicht wieder schlimmer wird. Zum Glück steht heute nur eine relativ kurze Etappe an: Mit 48,5 Kilometern ist sie – nach der Eröffnungsetappe – die kürzeste des gesamten TransEspaña. Dafür erwarten uns allerdings wieder knapp 900 Höhenmeter.
Update
Wegen der Kürze der Etappe sind heute alle Läufer gemeinsam um 8 Uhr gestartet. Es gab also nur eine Startgruppe – und damit unterwegs niemanden aus früheren Gruppen einzusammeln.
Ein gemeinsamer Start um 8 Uhr bedeutete aber auch, dass wir alle etwas länger schlafen konnten, was natürlich sehr willkommen war. Das Frühstück gab es ab 6 Uhr in einem Café nur 100 Meter von unserer Unterkunft entfernt – und es war wirklich gut.
Leider ist heute ein weiterer Teilnehmer ausgestiegen. Dafür hatten wir mit JB einen Tagesstarter dabei. Wer JB ist, hatte ich bereits im Bericht zur achten Etappe erklärt.
Ein paar Kilometer nach dem Start haben wir dann die Grenze zur autonomen Gemeinschaft Andalusien überquert – oder besser gesagt überlaufen. Andalusien ist die letzte Region, die wir beim TransEspaña durchqueren, denn auch Málaga gehört dazu.
Das Gefährliche an einer vermeintlich kurzen Etappe wie heute ist, dass man sie leicht unterschätzt – und dann unterwegs feststellt, dass auch 48,5 Kilometer lang sein können, besonders am 13. Tag.
Bei Kilometer 20 begann der erste richtige Anstieg des Tages: Auf einer Strecke von 12 Kilometern ging es hinauf bis auf 1.044 Meter Höhe.
Danach folgte ein längeres Bergabstück mit rund 500 Höhenmetern – nur um anschließend auf den nächsten sechs Kilometern wieder 300 davon hochzulaufen.
Das Schöne an diesem Abschnitt war, dass wir die ganze Zeit auf der "Junta de Andalucía A-6200" unterwegs waren – eine landschaftlich sehr schöne und gleichzeitig äußerst verkehrsarme Strecke. Uns begegneten den ganzen Tag über nur wenige Fahrzeuge.
Bei Kilometer 41 hatte ich einen Schreckmoment: Direkt neben der Straße stand ein Wildschwein mit fünf Frischlingen. Ich habe sofort die Straßenseite gewechselt und darauf geachtet, möglichst schnell hinter die Leitplanke zu kommen. Das Wildschwein schaute in meine Richtung und grunzte zweimal – das sollte vermutlich so viel heißen wie: "Besser für dich." Dann verschwand es mit seinen Frischlingen im Unterholz.
Unser Ziel in Santa Elena lag direkt vor der Stierkampfarena, die allerdings sicher schon bessere Zeiten erlebt hat. Mit nur sechs Einwohnern pro Quadratkilometer ist Santa Elena auch einer der kleineren Zielorte.
Mein Sprunggelenk hat übrigens ganz gut mitgemacht. Auf der langen Bergabpassage musste ich zwar etwas Tempo herausnehmen, aber das war in Ordnung.
Nach der heutigen 13. Etappe trennen uns nur noch 288 Kilometer von Málaga.
 
08.05.2025: Etappe 12 (UPDATE)
Das Essen gab es gestern direkt in unserer Zelt-/Halle. Zusätzlich zu Spaghetti Bolognese gab es als Nachspeise frische Erdbeeren mit Sahne.
Als ich mich schlafen legte, war es noch relativ warm. Da ich aber mit deutlich kälteren Temperaturen in der Nacht rechnete, legte ich mir vorsorglich eine lange Laufhose und ein langärmeliges Laufshirt neben mein Matratze. Nach etwa anderthalb Stunden brauchte ich die dann auch – damit schlief ich die restliche Nacht aber recht gut.
Unser heutiges Etappenziel heißt Castellar de Santiago. Da diese Etappe „nur“ 58,5 Kilometer lang ist, gibt es heute lediglich zwei Startgruppen (6:30 Uhr und 7:30 Uhr). Dadurch war es in der Halle heute eine halbe Stunde länger ruhig als sonst.
Update
Mit 10 Grad waren die Temperaturen beim Start schon recht angenehm. Nachdem wir die Stadt verlassen hatten, liefen wir etwa 10 Kilometer auf einer Hauptstraße in Richtung Süden. Der Verkehr hielt sich aber in Grenzen, und die Spanier nehmen insgesamt sehr viel Rücksicht auf uns Läufer. Auch sonst werden wir hier überall sehr freundlich empfangen. So stand heute unser erster Versorgungspunkt an einem Feldweg. Genau in dem Moment, als ich dort ankam, wollte ein Landwirt mit seinem Traktor vom Feldweg auf die Straße fahren. Da es etwas eng war, wich er kurzerhand über das Feld aus – und grüßte uns dabei sogar noch freundlich.
Bis zum zweiten Versorgungspunkt ging es dann auf ruhigeren Straßen und Nebenwegen weiter. Danach folgte für ein paar Kilometer ein sehr schönes Stück auf Schotter (Gravel).
Bei Kilometer 32 holte ich Thomas ein, der mit der ersten Startgruppe losgelaufen war. Wie fast immer wanderten wir ein paar Minuten gemeinsam und unterhielten uns ein wenig. Plötzlich hielt ein Audi neben uns und bot uns direkt eine Mitfahrgelegenheit an.
Die letzten 10 Kilometer waren heute ziemlich mühsam. Es ging fast die ganze Zeit leicht bergauf, dazu kam Gegenwind, und zum Schluss erwischten uns noch ein paar Regenschauer. Teilweise war es sogar richtig kalt. Insgesamt ist das Wetter hier schlechter, als man es sich für Spanien vielleicht vorstellt. Abgesehen von zwei oder drei sonnigen Tagen zu Beginn ist es bisher recht wechselhaft, und die Tageshöchstwerte liegen oft nur bei 15 bis 17 Grad.
Morgen früh erreichen wir bereits Andalusien – und ab da sollte das Wetter dann täglich besser werden.
Der Zieleinlauf heute war am Freibad. Dort konnten wir duschen – sogar richtig heiß –, etwas essen und trinken, und wurden anschließend mit einem Shuttlebus in die Innenstadt gebracht, wo wir in einem Saal übernachten.
Mit dem Erreichen von Castellar de Santiago haben wir nun zwei Drittel der Etappen hinter uns, und so langsam lohnt sich ein Blick auf die Gesamtwertung. Aktuell bin ich Dritter insgesamt und Zweiter bei den Männern. Das entspricht auch den aktullen Zieleinläufen, und wenn sich keiner von uns verletzt oder aus anderen Gründen ausfällt, dürfte es wohl dabei bleiben.
Hier noch der Link zu den Ergebnissen:
Ergebnisse TransEspania
07.05.2025: Etappe 11 (UPDATE)
Die Halle in Pedro Muñoz war wieder angenehm groß, aber leider gab es auch dort nur kalte Duschen. Immerhin ist meine Erkältung erfreulicherweise etwas besser geworden.
Die Nacht war allerdings nicht besonders erholsam. Zum einen wurde das Abendessen erneut in einem Restaurant serviert – und das leider erst kurz nach 20 Uhr. Dazu kam der Rückweg, den man am Abend auch nicht mehr so zügig zurücklegt. Außerdem war es in der Umgebung der Halle in der Nacht ziemlich laut. Ich bin davon jedenfalls mehrere Male aufgewacht.
Ab heute soll es bis nach Málaga nun immer um 19 Uhr Essen geben – das klingt schon mal vielversprechender.
Die heutige Etappe ist knapp 64 Kilometer lang und führt uns nach La Solana. So richtig freuen kann ich mich darauf allerdings nicht, denn die ersten 28 Kilometer verlaufen auf der CM-3103 – einer komplett flachen, geraden und stark befahrenen Straße.
Update
Wie sich beim Lauf herausgestellt hat, war der Rest der Strecke leider auch nicht viel besser als die ersten 28 Kilometer. Wir sind heute fast den ganzen Tag entlang verkehrsreicher Straßen gelaufen. Schön war das nicht – aber bei einer Länderdurchquerung lässt sich das leider manchmal nicht vermeiden.
Dafür war das Wetter heute wieder deutlich besser: Schon kurz nach dem Start kam die Sonne heraus und begleitete uns fast über die gesamte Strecke.
Im Etappenziel erwartete uns eine etwas merkwürdige Halle – die Giebel- und Seitenwände waren gemauert, aber das Dach bestand lediglich aus einer Zeltplane. Im Sommer wird es dort sicher ziemlich heiß, aber für die Nacht und den frühen Morgen rechne ich eher wieder mit kühlen Temperaturen.
Zu den Duschen mussten wir heute zwar noch einen Fußweg von 800 Metern zurücklegen, dafür waren sie zur Abwechslung mal wieder heiß – und da nehme ich die zusätzlichen Meter gerne in Kauf.
Leider gibt es auch etwas Unschönes zu berichten: Der Läufer, der gestern ausgestiegen ist, war bereits der dritte mit Magen-Darm-Problemen. Gestern Abend berichteten dann noch ein weiterer Läufer (der heute aber starten konnte) sowie zwei Helfer von ähnlichen Beschwerden. Hoffen wir, dass diese Welle jetzt überstanden ist und es deshalb nicht zu weiteren Ausfällen kommt.
Unser Etappenziel La Solana liegt bereits ein gutes Stück südlich von Madrid, ungefähr auf der Höhe von Lissabon. Nach der heutigen Etappe verbleiben weniger als 400 Kilometer bis nach Málaga.
06.05.2025: Etappe 10 (UPDATE)
Unsere Halle gestern war richtig groß, aber leider gab es wieder nur kalte Duschen. Das Abendessen fand in einem Lokal etwa 800 Meter entfernt statt. Die Gruppe wurde dabei auf zwei Essenszeiten aufgeteilt: Die erste durfte um 19 Uhr essen, die zweite um 20 Uhr. Damit wir Läufer genug Schlaf bekommen, durften aber alle – auch die aus der späten Startgruppe – bereits um 19 Uhr zum Essen gehen.
Im Lokal war die Situation etwas merkwürdig: Von den drei (jungen) Bedienungen sprach niemand auch nur ein Wort Englisch. Selbst einfache Begriffe wie Water oder Red Wine wurden nicht verstanden. Dank meiner Übersetzungs-App auf dem Handy hat aber letztlich alles gut funktioniert – und das Essen war wirklich ausgezeichnet.
In der Nacht und auch heute Morgen war es in der Halle sehr kalt. Zuerst dachte ich, dass es mir nur wegen meiner Erkältung so vorkommt, aber auch andere Mitläufer haben das genauso empfunden.
Die heutige Etappe führt uns nach Pedro Muñoz. Mit fast 70 Kilometern ist sie die drittlängste der gesamten Tour, dafür haben wir heute aber ungewöhnlich wenige Höhenmeter vor uns.
Update
Leider sind heute drei weitere Teilnehmer ausgeschieden. Zwei sind gar nicht erst gestartet, und einer ist unterwegs ausgestiegen. Damit liegt die Ausstiegsquote nun bei 40 %. Hoffen wir, dass es dabei bleibt.
Beim Start heute Morgen empfand ich es als extrem kalt. Ich bin losgelaufen wie im Winter – mit langer Hose, langem Shirt, Jacke, Mütze und Handschuhen. Nach einiger Zeit wurde es dann wärmer, und am Verpflegungspunkt 2 bei Kilometer 24 habe ich meine Mütze, Handschuhe und Jacke abgelegt.
Dazu muss man wissen, dass es an jedem Verpflegungspunkt eine Box gibt, in der man Dinge deponieren kann, die man später im Ziel wieder vorfindet. Ebenso kann man im Ziel Sachen in eine Box legen, die man am nächsten Tag an einem bestimmten Verpflegungspunkt wieder braucht.
Kurz nach dem zweiten Verpflegungspunkt liefen wir für einige Kilometer auf einem Trail, der Teil der „Route des Don Quijote“ ist.
Von dort ging es weiter über einsame Straßen und ein paar kleinere Hügel. Auch das Wetter besserte sich: Es wurde zunehmend wärmer, und sogar die Sonne ließ sich blicken.
Am Versorgungspunkt vier, kurz hinter der Marathonmarke, legte ich dann mein langes Laufshirt und die lange Laufhose ab. Ich hatte vorsorglich vor dem Start eine kurze Hose und ein kurzes Shirt über die langen Sachen gezogen, sodass ich mich jederzeit flexibel umziehen konnte.
Leider wurde die Strecke im selben Maße, wie das Wetter besser wurde, immer unattraktiver. Bei Kilometer 55 liefen wir durch den Ort „Mota del Cuervo“. Obwohl die Stadt nur rund 6.200 Einwohner hat, habe ich dort auf einem Kilometer mehr Menschen und Autos gesehen als am ganzen Vortag. Zudem musste man sehr aufmerksam sein, da wir immer wieder Straßen oder Einfahrten querten – was ein zusätzliches Gefahrenpotenzial darstellt. So hätte mich zum Beispiel beinahe ein Fahrschulauto angefahren.
Am Ortsende befand sich der letzte Versorgungspunkt des Tages. Von dort ging es noch 12 Kilometer schnurgerade entlang der N420 bis nach Pedro Muñoz. Dort konnte ich die heutige Etappe nach 7:38 Stunden beenden und bin wieder ein gutes Stück näher an Málaga herangerückt. Nun fehlen noch 458 Kilometer.
05.05.2025: Etappe 9 (UPDATE)
Unsere Herberge gestern war sehr klein, daher mussten alle etwas zusammenrücken. Ab heute übernachten wir bis nach Málaga nur noch in Hallen – die einzige verbleibende Hotelübernachtung ist nach der 18. Etappe in Málaga.
Die neunte Etappe führt uns nach Montalbo. Mit einer Länge von 58,5 Kilometern und 880 Höhenmetern überschreiten wir heute auch die Halbzeitmarke.
Leider ist mit Holger ein weiterer Teilnehmer heute Morgen nicht an den Start gegangen.
Ich selbst habe in der Nacht nicht besonders gut geschlafen. Ich glaube, ich habe mir eine leichte Erkältung eingefangen – meine Nase läuft.
 
Update
Zum Start um 7:30 Uhr war es noch kühl und regnerisch. Wie schon in den vergangenen Tagen ging es auch diesmal gleich wieder kräftig bergauf, und nach wenigen Kilometern befanden wir uns bereits auf über 1000 Metern Höhe.
Trotz langer Ärmel und einer zusätzlichen Jacke empfand ich es als sehr kalt – das lag vermutlich auch an meiner Erkältung.
Da sich das Starterfeld schnell auseinandergezogen hatte und die Straße sehr verkehrsarm war, war es ruhig und angenehm zu laufen. Man konnte die ganze Zeit verschiedene Vogelstimmen hören und schön in seinen Gedanken versunken einfach vor sich hin traben.
Bis zum Versorgungspunkt 2 bei Kilometer 26 hatte ich gerade einmal drei Fahrzeuge gesehen, die nicht zum TransEspania gehörten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man in Deutschland an einem normalen Werktag auf einer für den Autoverkehr freigegebenen Straße auch nur annähernd so ruhig laufen kann.
Ab dem zweiten Verpflegungspunkt nahm der Verkehr etwas zu, aber insgesamt blieb es angenehm ruhig. Dafür besserte sich nun auch das Wetter: Die Schauer wurden seltener, hörten schließlich ganz auf, und die Temperaturen stiegen langsam an.
Ab Kilometer 42 kamen wir auf eine stärker befahrene Straße. Inzwischen war es jedoch so warm geworden, dass ich meine Jacke und die Armlinge ausziehen konnte. Einige Kilometer später erreichten wir dann das „Bergfest“ – wir waren nun genau auf der Hälfte zwischen Urdos und Málaga.
 
Kurz darauf verließen wir die stark befahrene Straße wieder. Bei Kilometer 47 erreichten wir den letzten Verpflegungspunkt des Tages. Von dort aus ging es zunächst über einen Gravelpfad und später über asphaltierte Feldwege bis zu unserem Etappenziel.
Dort wartete bereits Holger auf mich. Da er vom Startort aus keine Möglichkeit hatte, weiterzureisen, bleibt er noch bis morgen. Holger hat dann auch das Foto von mir und Gil, dem Veranstalter des TransEspania, aufgenommen.
 
04.05.2025: Etappe 8 (UPDATE)
Gestern Abend gab es vor dem Essen noch eine schöne Abschiedsfeier. Ich hatte ja bereits erwähnt, dass es auch die Möglichkeit gab, als Teilnehmer des ViAragón nur die ersten sieben Tage mitzulaufen.
Diese Teilnehmer sowie ein Teil der Helfer werden uns morgen verlassen.
Beim TransEspania sind aktuell noch 21 Teilnehmer in der Wertung, wobei einige von ihnen schon etwas angeschlagen wirken. Ich selbst fühle mich auch nicht mehr ganz frisch. Mittlerweile habe ich drei kaputte Zehen, die mich – sofern sie sich nicht entzünden – vermutlich nicht allzu sehr beeinträchtigen werden. Mehr Sorgen bereitet mir allerdings mein Sprunggelenk. Nach den steilen Bergab-Passagen von gestern ist es deutlich angeschwollen. Mal sehen, wie es heute auf dem Weg nach Villanueva de Guadamejud läuft.
Bis dahin liegen 68 Kilometer mit etwa 850 Höhenmetern vor uns. Villanueva de Guadamejud selbst dürfte mit gerade einmal drei Einwohnern pro Quadratkilometer das kleinste Etappenziel sein.
Update
Heute Morgen sind gleich zwei Teilnehmer nicht angetreten, somit sind wir nur noch 19 in der Gesamtwertung.
Beim Briefing kurz vor dem Start wurde uns angedroht, dass die Strecke heute eventuell zwei Kilometer länger wird, da wir möglicherweise eine Schleife laufen müssen. Das sollte sich allerdings erst unterwegs entscheiden, und wir würden die Information am Versorgungspunkt (VP) 5 erhalten.
Direkt nach dem Start sind wir weiter auf der CM-210 gelaufen. Bei Kilometer 10 kam ein Tunnel, durch den wir nicht laufen durften. Stattdessen führte die Strecke über die alte Passstraße über einen Berg, ehe wir vier Kilometer später wieder auf die CM-210 zurückkamen.
Der Verkehr auf der Straße nahm immer mehr zu und nervte mich von Kilometer zu Kilometer mehr. Meinen absoluten Tiefpunkt hatte ich dann am dritten Versorgungspunkt bei Kilometer 42. Seit wir vorgestern auf die CM-210 abgebogen sind, sind wir nun schon über 120 Kilometer neben dieser Straße gelaufen. Die ersten Kilometer in den Bergen waren noch sehr schön und verkehrsarm, aber mittlerweile war die Strecke ziemlich langweilig, und der zunehmende Verkehr hat mich total genervt.
Hinzu kam, dass wir den ganzen Tag Gegenwind hatten – und seit ein paar Kilometern regnete es auch noch.
Fünf Kilometer später haben wir dann endlich die CM-210 verlassen und sind auf verkehrsärmeren Straßen und Gravelwegen weitergelaufen. Der Regen und Wind blieben uns zwar bis zum Ziel erhalten, aber dafür sind mir auf den letzten 18 Kilometern nur zwei Autos begegnet. Auf den letzten Kilometern war ich dann sogar wieder richtig motiviert.
Besonders schön war auch, dass der letzte Verpflegungspunkt heute von JB betreut wurde. JB kenne ich schon seit 2013 – damals war er der Veranstalter des TranseGaule. Zuletzt hatten wir uns 2015 in Ungarn beim Ultra Balaton (221 km nonstop um den Plattensee) getroffen. JB hatte auch gleich eine gute Nachricht für mich: Auf den nächsten 1,7 Kilometern erwartete uns zwar ein schwieriger Abschnitt (Matsch und Glätte), aber dafür mussten wir den angekündigten Umweg nicht laufen.
Normalerweise sage ich bei einem Umweg ja immer: "Ist doch schön, mehr Kilometer für das gleiche Geld." Aber heute haben mir die 68 Kilometer definitiv gereicht.
Somit haben wir nun 494 Kilometer absolviert, morgen kurz vor dem Ende der Etappe haben wir Bergfest, also die Hälfte der Strecke bis Malaga haben wir dann absolviert.
03.05.2025: Etappe 7 (UPDATE)
Gestern Abend habe ich mich noch einmal intensiv um meine Füße gekümmert.
Während mein Sprunggelenk bisher glücklicherweise keine ernsthaften Probleme bereitet, sieht es mit meinen Füßen leider ganz anders aus. Von der Scheuerstelle am rechten Zeh hatte ich ja bereits berichtet. Nun hat sich zusätzlich am kleinen Zeh des linken Fußes eine große Blase rund um den Zehennagel gebildet. Der Nagel war bereits komplett gelöst und schwamm in der Blase.
Ich habe die Blase dann vorsichtig mit einem Skalpell geöffnet. Eigentlich beeinträchtigt sie mich beim Laufen nicht direkt, aber ich hatte die Befürchtung, dass sie unterwegs aufplatzt, Schmutz eindringt und sich alles entzündet. Daher wollte ich das lieber unter kontrollierten Bedingungen erledigen und die Wunde anschließend gleich mit einem Antiseptikum behandeln.
Unsere heutige Etappe hat eine Länge von 56 Kilometern und umfasst wieder rund 1.000 Höhenmeter.
Zusätzlich bewegen wir uns fast durchgehend auf einer Höhe zwischen 1.000 und 1.420 Metern. Unser Tagesziel ist Villanueva de Guadamajud – zur Orientierung: Das liegt etwa 80 Kilometer östlich von Madrid.
Update
Zum Start um 7:30 Uhr war es noch relativ kühl, außerdem lag der gesamte Ort im Nebel.
Obwohl wir uns bereits auf über 1.000 Metern Höhe befanden, ging es direkt nach dem Start bergauf. Genauer gesagt erwarteten uns drei „Wellen“ – jeweils etwa 100 Höhenmeter über eine Strecke von rund 1,5 Kilometern, gefolgt von einem Abstieg zurück auf die Ausgangshöhe. Immer wenn wir oben ankamen, durchbrachen wir die Nebeldecke und liefen in der Sonne. Mit Temperaturen von 8 bis 9 Grad war es allerdings auch dort noch recht frisch.
Auf den ersten Kilometern spürte ich wieder meine lädierten Zehen, aber wie schon gestern legte sich das nach dem Einlaufen.
Navigationstechnisch war die heutige Etappe unkompliziert:
Wir mussten den ganzen Tag einfach der Straße CM-210 folgen. Die Straße war gut ausgebaut und verfügte über einen Seitenstreifen, auf dem wir laufen konnten. Da die Passstraße lediglich einige wenige Bergdörfer verbindet, war auch kaum Verkehr unterwegs.
Nach den drei Wellen kam der erste von insgesamt drei nennenswerten Anstiegen. Dieser führte uns etwa 200 Höhenmeter hinauf – allerdings deutlich steiler als die Wellen zuvor. Teilweise war es so steil, dass ich Gehpausen einlegen musste.
Die Freude über das Erreichen des Gipfels währte jedoch nur kurz: Mit einem Gefälle von 13 % ging es extrem steil wieder bergab, sodass ich nur sehr langsam laufen konnte. Die starke Belastung machte sich auch sofort in meinem Sprunggelenk bemerkbar, das direkt wieder zu schmerzen begann.
Nach diesem ersten Anstieg folgte eine weitere kleine Steigung, ebenfalls mit einem 13%igen Gefälle auf dem Rückweg. Danach kam der finale Anstieg: Über mehrere Kilometer führte die Passstraße hinauf auf 1.407 Meter – den zweithöchsten Pass des gesamten TransEspania.
Oben angekommen wartete der dritte Verpflegungspunkt (VP) des Tages auf uns. Von dort aus ging es die letzten 17 Kilometer fast ausschließlich bergab. Gegen Ende nahm der Verkehr etwas zu – offenbar ist die Gegend ein beliebtes Ausflugsziel, und da heute Samstag ist, waren einige Fahrzeuge unterwegs.
Heute genießen wir bereits die dritte Hotelübernachtung in Folge.
In Hotels ist es jedoch oft schwierig, seine Wäsche zu trocknen. Während man in Hallen problemlos draußen eine Leine spannen kann, sehen Hotels das eher ungern – und im Zimmer trocknet die Kleidung oft schlecht.
Heute hatten wir Glück: Hinter dem Hotel gab es eine Wäscheleine, die wir mitbenutzen durften. Da der heutige Lauftag etwas kürzer war, war das ideal, um mal wieder in Ruhe die Wäsche zu waschen.
02.05.2025: Etappe 6 (UPDATE)
Das Abendessen gestern im Hotel war super – leider wurde es wegen des späten Zielschlusses auf der langen Etappe erst um 20:30 Uhr serviert.
Für die Wartezeit stand uns jedoch die Cafeteria des Hotels zur Verfügung. Dort hatte das Helferteam vom TransEspania einen kräftigen Salat für uns vorbereitet und uns mit günstigen Getränken versorgt.
Praktisch war auch, dass mein Zimmernachbar – genau wie ich – in der späten Startgruppe ist, sodass wir heute Morgen etwas länger schlafen konnten.
Heute laufen wir nach Molina de Aragón.
Dazu müssen wir 75,7 Kilometer und 1.300 Höhenmeter bewältigen. Diese Etappe dürfte sogar noch etwas anspruchsvoller werden als die gestrige, denn wir haben nicht nur 200 Höhenmeter mehr, sondern auch kaum nennenswerte negative Höhenmeter.
Update
Beim Start um 7 Uhr war es bereits so warm, dass ich zum ersten Mal beim TransEspania ohne Armlinge loslaufen konnte.
Das Anlaufen fiel mir heute allerdings nicht ganz so leicht wie an den letzten Tagen. Zum einen schmerzte mein Zeh mit der Scheuerstelle, zum anderen hatte ich etwas schwere Beine. Zum Glück ließ der Schmerz im Zeh nach ein paar Kilometern nach.
Nachdem wir nach etwa zwei Kilometern die Stadt verlassen hatten, begannen auch gleich die ersten Höhenmeter. Bis Kilometer 18 ging es stetig bergauf – nicht besonders steil, aber dennoch summierten sich die ersten 450 Höhenmeter.
Von Kilometer 18 an ging es erst leicht bergab, dann flach weiter.
Bei Kilometer 22 gab es eine Streckenänderung. Vor dem Start wurden wir bereits darauf hingewiesen, dass wir dort auf keinen Fall dem Track oder den alten Markierungen folgen sollten – der ursprüngliche Weg sei unpassierbar. Stattdessen mussten wir einen kleinen Umweg von etwa 500 Metern laufen, weshalb die offizielle Streckenlänge im Nachhinein auf 76,2 Kilometer angepasst wurde.
Nach dieser Schleife ging es dann von Kilometer 25 bis 50 wieder bergauf – diesmal auf eine Höhe von 1.230 Metern.
Bei Kilometer 30, an einem steileren Abschnitt, holte ich Thomas ein, der eine Stunde vor mir gestartet war. Das nutzte ich für eine Gehpause und eine kurze Unterhaltung mit ihm.
Mit der Sonne hatten wir heute keine Probleme – im Gegenteil. Schon früh zogen Wolken auf, wodurch die Temperaturen zunächst angenehm blieben. Das änderte sich jedoch, als ich bei Kilometer 58 den fünften Verpflegungspunkt erreichte. Wir befanden uns noch immer auf etwa 1.200 Metern Höhe, und es zog ein Sturmtief auf. Der Wind fegte in kürzester Zeit den gesamten Verpflegungsstand weg und sorgte für einen massiven Temperatursturz.
Normalerweise hätte ich gedacht: "Nichts wie runter vom Berg!" – aber das war hier nicht möglich.
Wir liefen auf einem Hochplateau und mussten noch etwa 14 Kilometer auf dieser Höhe bleiben. Selbst unser Tagesziel liegt noch auf 1.060 Metern. Es wurde richtig kalt, und ich war froh, dass ich meine Armlinge am Morgen noch eingepackt hatte – zeitweise hätte ich mir sogar eine Jacke und eine lange Laufhose gewünscht. Kaum zu glauben, dass es gestern noch zu heiß war und heute zu kalt.
Zu allem Übel machten mir meine schweren Beine jetzt richtig zu schaffen – die letzten 12 Kilometer musste ich um jeden Meter kämpfen.
Ok, das ist nicht weiter verwunderlich: In den letzten sechs Tagen bin ich ungefähr so viel gelaufen wie im gesamten Januar und Februar zusammen. Sechs Wochen intensive Vorbereitung sind für so einen Lauf einfach zu wenig. Trotzdem war meine Laufpause im Januar und der langsame Wiedereinstieg im Februar die richtige Entscheidung – ohne das wäre ich wahrscheinlich gar nicht so weit gekommen.
2,7 Kilometer vor dem Ziel hörte ich plötzlich ein Grollen und sah erste Blitze.
Zum Glück lag unsere Strecke etwas weiter rechts, während das Gewitterzentrum einige Kilometer weiter links vorbeizog. Trotzdem befürchtete ich, dass mich die Ausläufer noch erwischen könnten. Also mobilisierte ich auf den letzten Kilometern noch einmal alles – und es hat gereicht:
Kurz nachdem ich im Ziel war, begann es zu regnen.
Somit haben wir die ersten 370 Kilometer geschafft, zusätzlich war dies mein 450 Ultra, mein 170 Marathon/Ultra im Ausland und meine 475 unterschiedliche Strecke. Ein bisschen Statistik muss ja auch mal sein. :-)
01.05.2025: Etappe 5 (UPDATE)
Die Nacht war etwas kürzer als sonst, denn heute und morgen stehen die beiden Königsetappen mit jeweils 76 Kilometern und 1.100 bzw. 1.300 Höhenmetern auf dem Programm.
Daher gibt es heute drei Startgruppen, und die erste ist bereits um 5:30 Uhr gestartet – was bedeutet, dass ab 3:45 Uhr morgens die ersten Läufer in der Halle unterwegs waren und man unweigerlich wach wurde.
Ich habe heute Morgen auch etwas länger gebraucht, um mich fertigzumachen.
An meinem rechten Fuß habe ich mir zwischen zwei Zehen eine wunde Stelle gelaufen – dort hat sich die Haut abgeschürft.
Bevor ich losgelaufen bin, habe ich die Stelle noch einmal mit einer antiseptischen Salbe behandelt und abgeklebt.
Ich hoffe nur, dass das Tape nicht scheuert und dadurch ein weiteres Problem entsteht.
Unsere heutige Etappe führt uns nach Calatayud, wo eine Hotelübernachtung auf uns wartet.
Genauer gesagt: Wir übernachten die nächsten drei Nächte in einem Hotel, danach einmal in einer Jugendherberge.
Ab der neunten Etappe gibt es bis Málaga dann nur noch Übernachtungen in Hallen.
Update
Als ich um 7 Uhr mit der letzten Startgruppe losgelaufen bin, war es temperaturmäßig noch recht frisch.
Nach ein paar Metern durch den Ort ging es auch gleich wieder kräftig bergauf. Auf den ersten 16 Kilometern sind wir ausschließlich bergauf gelaufen, bis wir erneut eine Höhe von über 900 Metern erreicht hatten.
Bei mir lief es aber gut – weder mein Sprunggelenk noch der lädierte Zeh machten sich bemerkbar.
Von dort bis Kilometer 37 ging es dann leicht bergab – dieser Abschnitt durch die Berge war wirklich traumhaft.
Die Landschaft war atemberaubend, und da der 1. Mai in Spanien ebenfalls ein Feiertag ist, herrschte in den Bergen praktisch kein Autoverkehr.
 
Etwa alle 7 bis 8 Kilometer kamen wir an kleinen Bergdörfern vorbei oder liefen hindurch – aber auch dort war kaum ein Mensch zu sehen.
Die Sonne ließ sich langsam blicken, und die Kilometer flogen nur so dahin.
Bei etwa der Streckenhälfte (Kilometer 37) passierten wir Illueca – mit rund 2.800 Einwohnern der größte Ort, den wir bislang in Spanien durchquert haben.
Anscheinend wussten hier viele Menschen, was wir machen – auf jeden Fall gab es viel Applaus und Anfeuerungsrufe.
 
Nach Illueca liefen wir leider längere Zeit auf einer stärker befahrenen Straße.
Einige Kilometer davon waren frisch asphaltiert, der dunkle Belag reflektierte die Sonne und heizte uns zusätzlich ein.
Obwohl es mit etwa 24 Grad nur ein bis zwei Grad wärmer war als an den letzten Tagen, wirkte es deutlich heißer – der Wind hatte stark nachgelassen, und Schatten gab es auf der Strecke so gut wie keinen.
Nachdem wir die Hauptstraße verlassen hatten, führte uns der restliche Abschnitt über eine kleine Straße durch einen Canyon.
Zwar ging es dort meist leicht bergauf, aber die Strecke war wunderschön und fast komplett verkehrsfrei – etwa ein Auto alle zwei bis drei Kilometer.
Der Zieleinlauf war besonders schön:
Das Ziel lag direkt vor unserem Hotel, und auf den letzten 250 Metern liefen wir durch eine Passage, in der links und rechts Leute vor Eiscafés, Bars und Restaurants saßen und uns applaudierten.
Nach 8:05 Stunden hatte ich dann die erste der beiden Königsetappen geschafft.
Mein Sprunggelenk meldete sich nur kurz für ein paar Kilometer – danach war wieder Ruhe, wenn das so bleibt, wäre das wirklich super.
30.04.2025: Etappe 4 (UPDATE)
Gestern gab es ab 18 Uhr einen kleinen Aperitif.
Eine halbe Stunde später, also ab 18:30 Uhr, folgte das eigentliche Abendessen, das wieder sehr gut und reichlich war.
Es gab eine Paella, die direkt in der Halle zubereitet wurde – das war wirklich super, hat hervorragend geschmeckt, und alle sind satt geworden.
Natürlich gab es auch Alternativen für die Läufer und Helfer, die sich vegetarisch ernähren.
Ernährungsbesonderheiten und Unverträglichkeiten wurden im Vorfeld der Veranstaltung bei allen Teilnehmern abgefragt und werden selbstverständlich berücksichtigt.
Trotz meiner schwachen Leistung von gestern starte ich auch heute wieder in der zweiten Startgruppe.
Allerdings beginnen beide Gruppen heute eine Stunde früher: Die erste Gruppe startet bereits um 6:30 Uhr, wir um 7:30 Uhr.
Man muss wissen, dass hier die Sonne erst gegen 7 Uhr aufgeht – die erste Gruppe startet also noch im Dunkeln.
Die heutige Etappe hat eine Länge von 61,3 Kilometern und führt uns nach Fuendejalón.
Das Wetter soll erneut sonnig und windig sein – mit Wind von schräg vorn.
Ich werde dann später vom heutigen Lauftag berichten.
Update
Heute Morgen war es am Start gefühlt noch etwas kühl – vermutlich, weil wir eine Stunde früher als sonst losgelaufen sind.
Im Gegensatz zu den bisherigen Tagen habe ich mich heute vor dem Start mit Sonnencreme eingecremt. Ich musste gestern Abend feststellen, dass ich bereits leicht sonnenverbrannt war.
Da wir die ganze Zeit in Richtung Südwesten laufen, trifft uns die Sonne ständig von links oder links vorn.
Entsprechend sieht man heute einige Läufer, die einseitig rot angelaufen sind.
Wie schon gestern ging es auch heute nach dem Start zunächst flach, teilweise sogar leicht bergab.
Die ersten Kilometer liefen sich richtig gut, die Sonne wärmte uns schnell, und mein Sprunggelenk schien sich über Nacht gut erholt zu haben – zumindest spürte ich zunächst keine Beschwerden.
Rechts und links von uns konnten wir die letzten Ausläufer der Pyrenäen sehen, während wir immer weiter ins Landesinnere liefen.
Besonders gefallen hat mir die schöne Weitsicht und die verkehrsarmen Straßen – das war wirklich angenehm.
Ab Kilometer 27 liefen wir für einige Kilometer auf einem Gravelpfad.
Auch das war landschaftlich sehr reizvoll, allerdings meldete sich dort mein Sprunggelenk wieder. Es war nicht schlimm, aber sicherheitshalber reduzierte ich mein Tempo um etwa 20 Sekunden pro Kilometer. So ließ es sich gut weiterlaufen.
Kurz nach dem zweiten Versorgungspunkt (VP) bei Kilometer 34 habe ich mich noch einmal mit Sonnencreme eingeschmiert.
Durch den Wind mit 25–30 km/h spürte man die Sonne zwar kaum, aber sie steht hier deutlich höher als in Deutschland und hat eine beachtliche Intensität.
 
Ein großer Teil der Strecke verlief entlang kleiner und großer Bewässerungskanäle, die vom Río Ebro – einem der größten Flüsse im Nordosten Spaniens – gespeist werden.
Aus manchen Kanälen rauschte das Wasser regelrecht laut heraus – da hätte man sich zwischendurch wunderbar erfrischen können.
Im Ziel bekam jeder Finisher eine Flasche Rotwein von der Stadt Fuendejalón geschenkt.
Da wir heute in einem Theater übernachten, mussten wir zum Duschen etwa 300 Meter bis zum Freibad laufen. Leider gab es auch dort nur kalte Duschen – aber das soll ja gut für die Regeneration sein.
In den nächsten beiden Tagen stehen die Königsetappen des TransEspania an:
An beiden Tagen warten jeweils 76 Kilometer mit 1.100 bzw. 1.300 Höhenmetern auf uns.
Leider ist heute ein weiterer Teilnehmer ausgeschieden, aber alle anderen deutschen Läufer sind weiterhin gut dabei.
29.05.2025: Etappe 3 (UPDATE)
Direkt nachdem ich gestern meine Website aktualisiert hatte, fiel auch noch das Mobilfunknetz aus.
Wahrscheinlich waren die Tanks der Stromerzeuger an den Sendemasten leer. Seit der Nacht funktioniert der Strom – und damit auch das Mobilfunknetz – jedoch wieder.
Leider sind gestern die ersten beiden Läufer aus der Wertung des TransEspania ausgeschieden.
Ein sehr langsamer Teilnehmer hatte bereits im Vorfeld geplant, einige Etappen mit dem Roller zu fahren. Nachdem er bereits auf der ersten Etappe das Zeitlimit überschritten hatte, ist er bei der zweiten Etappe mit dem Roller gestartet und somit aus der Gesamtwertung gefallen.
Beim zweiten Aussteiger handelte es sich um den jüngsten Teilnehmer. Er ist zwar morgens noch gestartet, aber unterwegs irgendwann ausgestiegen.
Die heutige Etappe führt uns nach Castejón de Valdejasa und hat eine Länge von 51,2 Kilometern.
Damit liegen wir heute wieder deutlich unter dem Tagesschnitt, der ja bei 60 Kilometern liegt.
Castejón de Valdejasa gehört bereits zur Provinz Saragossa, der Ort selbst hat allerdings nur rund 200 Einwohner.
Ich werde dann heute Abend berichten, wie es gelaufen ist.
Update
Heute waren wir nur noch neun Starter in der zweiten Startgruppe.
Anders als an den ersten beiden Tagen ging es heute nach dem Start nicht gleich bergauf.
Bei mir lief es wirklich gut – die Kilometer flogen nur so dahin, und das Laufen machte richtig Spaß.
Bei Kilometer 14 erreichte ich den ersten Versorgungspunkt (VP), und bis dahin war alles in Ordnung. Doch dann bewahrheitete sich eine alte Ultralauf-Weisheit: „Wenn es dir bei einem Ultra gut geht – keine Sorge, das geht vorbei.“
Nach dem ersten VP fing mein Sprunggelenk an zu schmerzen.
Ich wusste, dass dieses Problem noch nicht vollständig ausgeheilt war, und mir war klar, dass ich den Weg nach Málaga nicht schmerzfrei schaffen würde. Trotzdem hatte ich gehofft, dass die Beschwerden erst nach den beiden Königsetappen am fünften und sechsten Tag auftreten würden – an diesen Tagen stehen jeweils 76 Kilometer mit über 1200 Höhenmetern an.
Ich reduzierte also mein Tempo und lief die nächsten Kilometer etwa 30–40 Sekunden pro Kilometer langsamer. Das half tatsächlich: Nach dem zweiten VP bei Kilometer 28 spürte ich zwar noch ein Ziehen im Fuß, aber keine wirklichen Schmerzen mehr.
Bei Kilometer 34 holte ich Thomas ein.
Da es gerade bergauf ging, gingen wir ein Stück gemeinsam. Wir machten noch ein Foto für unsere gemeinsame Freundin Joelle, und als wir oben angekommen waren, verabschiedete ich mich wieder. Danach lief ich durch eine kleine Allee, bevor wir an eine Stelle kamen, vor der man uns bereits im Briefing gewarnt hatte: Von Kilometer 35 bis 37 verlief die Strecke über die stark befahrene A124. Besonders viele LKWs nutzen diese Straße. Glücklicherweise war sie sehr breit und hatte auf jeder Seite einen etwa einen Meter breiten Seitenstreifen, sodass auch bei LKW-Begegnungen genügend Platz blieb.
Ab diesem Abschnitt lief ich wieder fast in meinem alten Tempo, und mein Sprunggelenk machte gut mit. Das unangenehme Gefühl war zwar noch da, aber es waren keine richtigen Schmerzen mehr.
Bei Kilometer 38 erreichte ich den dritten und letzten VP des Tages.
Da es von dort noch 13 Kilometer bis ins Ziel waren und die Sonne inzwischen kräftig brannte, füllte ich meine zweite Trinkflasche auf. Bis dahin war ich mit nur einer Flasche unterwegs gewesen, aber für dieses letzte Stück war eine zweite definitiv sinnvoll.
Nach dem VP ging es zunächst sechs Kilometer bergauf – wir liefen hier wieder bis auf eine Höhe von 700 m. Das kostete ordentlich Zeit und Kraft. Zusätzlich wehte ein starker Wind (25–30 km/h) aus Ost-Südost, also schräg von vorne, der zwar etwas kühlte, die Sonne aber dennoch spürbar brannte.
Die Straße nach dem dritten VP war das genaue Gegenteil der A124.
Auf den letzten 13 Kilometern bis ins Ziel sah ich nur ein einziges Auto – ein Begleitfahrzeug des TransEspania.
Nach 5:24 Stunden erreichte ich das Ziel der dritten Etappe, mit einer Länge von 51,2 Kilometern und etwa 600 Höhenmetern.
Von der Halle im Zielort war ich positiv überrascht: Für einen Ort mit nur rund 200 Einwohnern gab es hier eine wirklich große Mehrzweckhalle. Leider gab es dort allerdings nur kalte Duschen.
Ich war offenbar nicht der Einzige, der sich heute schwergetan hat.
Der Gesamtführende des TransEspania kam heute nur als Vierter ins Ziel – gerade einmal 20 Minuten vor mir und andere waren auch deutlich langsamer unterwegs. Aus Erfahrung weiß ich, dass viele Läufer*innen nach drei bis fünf Tagen ein Tief erleben. Das legt sich meist wieder, und man findet ein Tempo, mit dem man gut zurechtkommt.
28.04.2025: Etappe 2 (UPDATE)
Die zweite Etappe führt uns heute über eine Streckenlänge von 59,8 Kilometern von Jaca nach Ayerbe. Ab heute wird es immer zwei oder drei Startgruppen geben. Damit die Helfer am letzten Versorgungspunkt nicht zu lange ausharren müssen, starten die langsameren Läufer bereits um 7:30 Uhr, die schnelleren erst um 8:30 Uhr.
Ich bin der Gruppe um 8:30 Uhr zugeteilt. Man könnte denken, dass es schön ist, morgens mehr Zeit zu haben – ich würde aber lieber früher starten und dafür abends mehr Zeit haben. Die zusätzliche Stunde am Morgen bringt einem nicht wirklich viel. Länger schlafen kann man ohnehin nicht, da die meisten früh aufstehen; also sitzt man meist nur herum und wartet darauf, endlich loslaufen zu dürfen.
Zum Glück wird das in den nächsten Tagen besser: Am dritten Tag starten wir zwar noch einmal um 7:30 Uhr und 8:30 Uhr, haben dann aber nur 51 Kilometer vor uns. An den darauffolgenden Tagen starten wir schon früher – die zweite Gruppe meistens bereits um 7:00 oder 7:30 Uhr.
Heute sind wir in der zweiten Startgruppe — die 11 Schnellsten von gestern. Die Zehnt- und Elftplatzierten hatte ich gestern erst nach dem letzten VP eingeholt. Wenn die beiden heute wieder schneller starten als ich, werde ich wahrscheinlich schon nach ein paar hundert Metern am Ende des Feldes sein. Aber das kenne ich schon von anderen Etappenläufen, von daher macht mir das nicht viel aus.
Ich werde heute Nachmittag berichten wie es gelaufen ist.
Update
Beim Start war es mit sieben Grad noch frisch, dafür schien aber schon die Sonne. Nach einer kurzen Bergabpassage war ich, wie erwartet, der Letzte. Dann ging es gleich wieder kräftig bergauf. Mit einer Steigung von 5–7 Prozent liefen wir bis Kilometer 7,4 nur bergauf. Dort hatten wir mit dem Pass Orol (1.080 Höhenmeter) nicht nur den höchsten Punkt des Tages erreicht, sondern auch schon mehr als die Hälfte der heutigen Höhenmeter hinter uns gelassen.
Zu meiner Überraschung konnte ich auf diesem Streckenabschnitt gleich zwei Läufer einholen und somit meine rote Laterne abgeben.
Auf den folgenden Kilometern ging es lange Zeit leicht bergab, immer am Wasser entlang — zunächst an einem kleinen Bach, später an einem richtig schönen Fluss.
Nach etwa zwei Stunden holte ich den letzten Läufer der ersten Startgruppe ein — ein Vorteil der zwei Startgruppen: So kann man unterwegs andere Läufer noch einmal treffen, sich kurz unterhalten und gegenseitig anfeuern.
Nach und nach überholte ich weitere Läufer, und das Laufen machte richtig viel Spaß. Ich hatte mein Wohlfühltempo gefunden und konnte die Strecke sowie die Sonne genießen.
Bis zum dritten Versorgungspunkt (VP) bei Kilometer 41 blieben wir die ganze Zeit auf der Straße A1205. Hier war wirklich sehr wenig Verkehr, und die wenigen Autos, die wir sahen, waren alle sehr rücksichtsvoll.
Nach dem dritten VP folgten wir der A132. Die ersten zwölf Kilometer führten durch einen sehr schönen Canyon. Hier hatten wir zwar Gegenwind, doch da die Temperaturen mittlerweile angenehm angestiegen waren, empfand ich ihn als sehr wohltuend.
Auf den letzten acht Kilometern mussten wir noch einmal etwa 150 Höhenmeter überwinden, das meiste davon war jedoch sehr gut laufbar.
Circa 600 Meter vor dem Ziel traf ich auf Holger, einen der ersten Läufer aus der ersten Startgruppe, und wir liefen gemeinsam ins Ziel.
Für die knapp 60 Kilometer mit 750 Höhenmetern habe ich heute 5:55 Stunden benötigt und wurde Siebter in der Tageswertung sowie Vierter beim TransEspania.
Hier noch ein Link zu den offiziellen Ergebnissen:
LINK
Im Ziel gab es dann noch eine Überraschung: Es gab keinen Strom — nicht nur in unserer Halle, sondern offenbar in ganz Spanien und Portugal. Ein großflächiger Stromausfall hatte wohl den größten Teil der Iberischen Halbinsel getroffen.
Bis der Strom wieder läuft, kann es wohl noch mehrere Stunden dauern, denn allein die Wiederinbetriebnahme soll 6 bis 10 Stunden beanspruchen.
Das hatte natürlich auch Auswirkungen auf uns: Die Kühlschränke für Lebensmittel und Getränke liefen nicht mehr. Die Duschen, Umkleiden und Waschräume in den Sporthallen haben meist keine Fenster, sodass man im Dunkeln stand.
Das Aufladen von Handys und Laufuhren war ebenfalls nicht möglich. Und wer — wie ich — ein Luftbett mit elektrischem Kompressor hat, merkte schnell einen weiteren Nachteil.
Ich hatte jedoch Glück: Neben der Sporthalle befand sich eine Baustelle, und die Arbeiter dort hatten einen Stromerzeuger und waren so freundlich, mir auszuhelfen.
27.04.2025: Etappe 1 (UPDATE)
Die Begrüßung gestern Abend war sehr nett; jeder Helfer und Teilnehmer wurde vorgestellt. Insgesamt sind wir 35 Teilnehmer aus sechs Nationen, wobei zehn der Teilnehmer nicht den TransEspaña, sondern den ViAragón laufen. Beim ViAragón werden nur die ersten sieben Etappen des TransEspaña absolviert. Ab dem achten Tag sind wir also eine kleinere Gruppe.
Besonders nett fand ich, dass ich einige Teilnehmer und Helfer getroffen habe, die schon 2013 beim TranseGaule dabei waren und sich sogar an mich erinnern konnten.
Nach der Begrüßung gab es zunächst einen kleinen Aperitif und dann ab 20 Uhr ein Drei-Gänge-Menü im Restaurant unseres Hotels.
Ja, richtig: Die erste und die letzte Übernachtung finden in einem Hotel statt. Aber auch sonst sind wir nicht immer in Sporthallen untergebracht – an einigen Tagen übernachten wir auch in Jugendherbergen.
Update
Die erste Etappe startete pünktlich um 9 Uhr. Bei 6 Grad und leichtem Nieselregen war es noch recht kühl. Mit 46,4 Kilometern war die Strecke zwar nicht besonders lang, dafür hatten wir mehr als 1000 Höhenmeter zu bewältigen – und diese verteilten sich fast ausschließlich auf die ersten 15 Kilometer. So ging es nach dem Start erst einmal nur bergauf. Ich glaube, ich bin noch nie zuvor so viele Höhenmeter am Stück gelaufen.
Bei Kilometer 15 erreichten wir den Somportpass (1.640 m), den höchsten Punkt des gesamten TransEspania. Gleichzeitig überquerten wir hier die Grenze von Frankreich nach Spanien. Am Pass befand sich auch der erste Verpflegungspunkt (VP). Mit Temperaturen um den Gefrierpunkt war es hier oben spürbar kalt, und ich war froh, dass ich Handschuhe und Mütze dabeihatte.
Nach dem VP ging es zunächst auf der Passstraße bergab. Bei Kilometer 23 verließen wir die Straße und folgten für etwa 20 Kilometer dem Jakobsweg (Camino de Santiago). Die ersten drei Kilometer auf dem Jakobsweg waren schwer zu laufen: Viele verblockte Steine, die durch den Regen feucht und glatt waren, machten den Weg rutschig. Zwar hatte der Nieselregen mittlerweile aufgehört und die Sonne zeigte sich, doch es dauerte noch einige Kilometer, bis der Boden richtig abgetrocknet war.
Immer wieder führte uns der Jakobsweg durch kleinere Ortschaften, bis wir etwa drei Kilometer vor Jaca, unserem heutigen Etappenziel, den Weg verließen. In Jaca selbst erwarteten uns angenehme 17 Grad und herrlicher Sonnenschein.
Für die heutige Etappe habe ich 4:57 Stunden benötigt und bin damit Neunter in der Tageswertung sowie Sechster in der Gesamtwertung des TransEspania geworden. Neben mir starten noch vier weitere Deutsche – Nina, Holger, Kay und Thomas –, die ebenfalls alle gut das heutige Etappenziel erreicht haben.
26.04.2025: Anreise Teil 2 (Update)
Der Abend in Toulouse war nett und die Nacht im Hotel schön ruhig.
Nachdem Frühstück mache ich mich auf den Weg zum Bahnhof, um 9:30 Uhr beginnt meine Weiterreise.
Zuerst geht es mit dem Schnellzug nach Pau – wobei „schnell“ relativ ist, denn mit einer Fahrzeit von 2:20 h hätte man die Strecke in etwa derselben Zeit auch mit dem Auto zurücklegen können.
In Pau habe ich leider nur 12 Minuten Zeit zum Umsteigen, ich hoffe das da alles klappt, sonst werde ich den einigen Bus der heute noch von Bedos nur Urdos fährt nicht bekommen.
Ich berichte dann später noch einmal.
UPDATE
Das mit den Zugverbindung hat super geklappt, auch das Umseigen in Pau war problemlos, so bin ich pünktlich um 13:09 Uhr in Bedous eingetroffen.
Von da waren es nur noch ca. 17 Kilometer bis nach Urdos und ich hatte im Vorfeld schon recherchiert, dass am Samstag um 13:43 Uhr ein Bus von Bedous nach Urdos fährt. So kam ich kurz nach 14 Uhr in Urdos an. Da Urdos wirklich sehr klein ist (90 Einwohner), war es nicht schwer, den Veranstalter des TransEspaña zu finden.
Ich traf auch gleich noch einige bekannte Gesichter und konnte gleich meine Startnummer in Empfang nehmen.
Heute Abend um 18 Uhr findet dann die Begrüßung statt und anschließend gibt es ein gemeinsames Abendessen.
Die erste Etappe über 46,4 km und mehr als 1.000 Höhenmeter, startet dann morgen um 9 Uhr.
25.04.2025: Anreise Teil 1 (UPDATE)
Die letzten Tage vor einem so langen Etappenlauf sind immer sehr anstrengend. Beruflich und privat gibt es noch einiges zu klären und zu organisieren.
Oft kommen auch kurzfristige Änderungen dazu, die eingeplant oder umgesetzt werden müssen. So erhielt ich sechs Tage vor meiner Abfahrt die Information von der Deutschen Bahn, dass mein Zug nicht fährt und ich mir eine alternative Verbindung suchen muss.
Gestern teilte mir der Veranstalter dann mit, dass ich sechs Kopien (Vorder- und Rückseite) meines Personalausweises mitbringen soll – das sei wohl für die Hotelübernachtungen in Spanien notwendig.
Wenn man keinen Scanner zu Hause hat, ist das so kurzfristig natürlich etwas stressig.
Nun beginnt das Abenteuer Trans España für mich mit der Anreise. Mein erstes Etappenziel ist Toulouse – wenn ich dort angekommen bin, werde ich noch einmal berichten.
(UPDATE)
Der erste Teil der Anreise hat reibungslos geklappt. Meine Ersatzverbindung mit der Deutschen Bahn war eine gute Wahl – der ICE war pünktlich, und alles hat gut funktioniert, sogar das WC und das WLAN.
Der Flug mit der Lufthansa nach Toulouse verlief ebenfalls problemlos. In Toulouse bin ich dann mit dem Aerobus in die Stadt gefahren und habe mein Hotel in der Nähe des Bahnhofs bezogen.
Heute werde ich mir noch ein wenig Toulouse anschauen, und morgen früh geht es dann weiter nach Urdos, dem Startpunkt der TranseEspaña.
24.04.2025: Unterstützung / Erreichbarkeit
Während des TransEspaña möchte ich diesen Blog weiterführen und freue mich über jeden, der regelmäßig meine Seite besucht – und natürlich besonders über Rückmeldungen.
Für öffentliche Nachrichten, die jeder lesen kann, habe ich ein Gästebuch eingerichtet. Darüber kann mir jeder Grüße senden oder Feedback geben.
Für private Nachrichten oder Kommentare, die nicht öffentlich sichtbar sein sollen, kann alternativ das Kontaktformular genutzt werden. Ich werde diese Nachrichten regelmäßig lesen. Bitte habt jedoch Verständnis dafür, dass ich nicht jede Anfrage sofort beantworten kann.
23.04.2025: Ernährung
Oft werde ich gefragt, ob ich mich wegen des vielen Laufens besonders ernähre. Normalerweise lautet meine Antwort: Nein. Ich esse, worauf ich Appetit habe – mein Körper signalisiert mir schon, was er braucht, zum Beispiel durch Heißhunger.
Bei einer so extremen Mehrfachbelastung wie dem TransEspaña sieht das allerdings etwas anders aus. Mein täglicher Energiebedarf (inklusive Grundumsatz) wird bei durchschnittlich 6.200 kcal liegen. Da ich morgens vor dem Laufen nur eine Kleinigkeit frühstücke und mittags unterwegs bin, bleibt mir nur der Nachmittag und Abend, um den Großteil der Kalorien aufzunehmen.
Als ich 2013 beim TranseGaule die 1.200 km in 19 Tagen gelaufen bin, habe ich vier Kilogramm abgenommen – beim Deutschlandlauf 2019 und 2021 war es sogar noch mehr.
Da mir dieses Problem bewusst ist, habe ich in den letzten Tagen während des Taperns gezielt viele Kalorien zu mir genommen, um etwas Brennstoff für den TransEspaña einzulagern.
22.04.2025: Tapering
Tapering bezeichnet die letzte Phase der Vorbereitung vor einem Wettkampf, in der das Trainingspensum gezielt reduziert wird. Ziel ist es, die Muskeln zu regenerieren, Ermüdung abzubauen und die Energiespeicher optimal aufzufüllen, ohne dabei die Form zu verlieren. Je nach Wettkampfdistanz dauert das Tapering meist ein bis drei Wochen. In dieser Zeit werden Intensität und Umfang des Trainings gesenkt, während Ernährung und Erholung eine größere Rolle spielen. Wer richtig tapert, startet ausgeruht, frisch und voller Energie ins Rennen.
Durch meine reduzierten Umfänge in der Vorbereitung, habe ich auch das Tapering etwas reduziert. Am 18. April, also neun Tage vor der ersten Etappe bin ich meinen letzten Marathon gelaufen und habe auch mein sonstiges Sportprogramm deutlich reduziert.
21.04.2025: Ausrüstung
Eigentlich sollte man denken, dass jemand wie ich, der bereits so viel gelaufen ist, längst alle Ausrüstung besitzt oder zumindest schon einmal getestet hat. Im Großen und Ganzen trifft das sicherlich zu. Doch da es immer wieder Neuerungen bei den Produkten gibt und ich für eine so lange Mehrfachbelastung nicht mit völlig abgenutzter Ausrüstung losfahren wollte – die möglicherweise mitten im Rennen versagt –, habe ich in den letzten Monaten viel getestet und meine Laufausrüstung einem Update unterzogen.
Außerdem gibt es beim TransEspaña eine zusätzliche Herausforderung: Das Gepäckgewicht ist pro Teilnehmer auf 20 kg begrenzt. Zieht man davon das Gewicht des Koffers, des Luftbetts, des Schlafsacks und der Laufschuhe ab, bleibt nicht mehr viel Spielraum für die restliche Ausrüstung. Daher habe ich bei der Planung stets auch auf das Gewicht geachtet.
20.04.2025: Alternativtraining
Beim Thema Alternativtraining denken die meisten sofort an Radfahren und Schwimmen – und das ist grundsätzlich auch richtig. Da ich jedoch seit zwei Jahren Triathlon betreibe, stehen diese beiden Sportarten das ganze Jahr über auf meinem Trainingsplan.
Für den TransEspaña war es mir jedoch am wichtigsten, die bei den meisten Läufern eher unbeliebten Trainingseinheiten – das Athletiktraining, das Lauf-ABC sowie Dehnübungen – in meine Vorbereitung zu integrieren. Zugegeben, ich absolviere diese Trainingseinheiten auch nicht gern, aus meinen Erfahrungen weiß ich aber, das diese Einheiten genauso wichtig wir das eigentliche Lauftraining sind.
Dadurch das ich in der Vorbereitung etwas weniger gelaufen bin, hatte ich mehr Zeit für das Alternativtraining, so das ich trotz der wenigeren Laufkilometer, trotzdem halbwegs vorbereitet sein sollte.
19.04.2025: Training
Eigentlich wollte ich nach meiner La Gomera-Reise im November mit dem Training beginnen. Doch ab Anfang Dezember hatte ich plötzlich Probleme mit meinem rechten Fuß. Von einem Tag auf den anderen war mein Fuß nach einem langen Lauf plötzlich geschwollen und schmerzte. Zwar besserte sich das nach ein bis zwei Tagen, doch nach jedem längeren Lauf trat das Problem erneut auf.
Über den Dezember hinweg wurde es nicht besser, und so entschied ich mich zum Ende des letzten Jahres, im Januar eine Laufpause einzulegen. Ich wollte die Verletzung lieber gleich auskurieren, anstatt sie bis zum TransEspaña mitzuschleppen.
Meine läuferische Vorbereitung begann somit erst Anfang Februar – und das in deutlich reduzierter Form im Vergleich zu meinem ursprünglichen Plan. Zwar lief ich im Februar wieder einige lange Strecken, doch ich trainierte nicht einmal an zwei aufeinanderfolgenden Tagen, sondern schonte meinen Fuß noch weiterhin. Zwar hatte ich beim Laufen keine Beschwerden, aber am Tag nach einer Laufeinheit, spürte ich bei bestimmten Bewegungen immer noch ein leichtes ziehen im rechten Fuß.
Insgesamt bin ich von Anfang Dezember bis Mitte April ca. 500 Kilometer weniger gelaufen, als ich mir für die Vorbereitung vorgenommen hatte.
Natürlich bestand mein Training nicht nur aus Laufen – gerade während der Laufpause habe ich großen Wert auf Alternativtraining gelegt. Doch dazu schreibe ich morgen mehr.
18.04.2025: Das ist der TransEspaña
Der TransEspaña ist ein anspruchsvoller Etappenlauf, der quer durch Spanien führt. Über achtzehn Tage hinweg legen die Teilnehmer insgesamt 1.080 Kilometer mit 14.500 Höhenmeter zurück und durchqueren dabei beeindruckende Landschaften – von malerischen Küstenabschnitten bis hin zu herausfordernden Bergpassagen.
Der Startschuss fällt am 27. April in Urdos, einem kleinen Ort im französischen Teil der Pyrenäen, etwa 15 Kilometer vor der spanischen Grenze. Von dort aus geht es mit einer durchschnittlichen Tagesdistanz von 60 Kilometern quer durch Spanien bis nach Málaga, wo ich hoffentlich am 14. Mai die Ziellinie überqueren werde.
Der genaue Streckenverlauf kann auf der offiziellen Website der Veranstaltung eingesehen werden:
Streckenverlauf des TransEspaña
17.04.2025: Sonderseite zum TransEspaña
In zehn Tagen startet die erste Etappe des TransEspaña. Aus diesem Grund habe ich ab heute die Sonderseite zum TransEspania freigeschaltet. In diesem Blog werde ich nun versuchen, täglich über den Lauf quer durch Spanien zu berichten.
In den kommenden Tagen werde ich täglich etwas zu meiner Vorbereitung, meinem Training und meiner Ausrüstung schreiben. Am 25. April beginnt für mich das Abenteuer mit der Anreise. Sollte ich dann einmal einen Tag nichts berichten, könnte das an einer fehlenden Internetverbindung liegen.
Im Großen und Ganzen bin ich jedoch zuversichtlich, dass ich täglich – vielleicht sogar manchmal zweimal am Tag – von unterwegs berichten werde.
Für öffentliche Rückmeldungen, die jeder lesen kann, habe ich hier ein Gästebuch eingerichtet. Darüber kann mir jeder Grüße senden oder Feedback geben.
Für Nachrichten oder Kommentare, die nicht öffentlich sichtbar sein sollen, gibt es hier ein Kontaktformular. Die darüber eingehenden Nachrichten werde ich natürlich ebenfalls täglich lesen. Bitte habt jedoch Verständnis dafür, dass ich unterwegs möglicherweise nicht jede Nachricht sofort beantworten kann.